Direkt zum Inhalt Direkt zur ersten Navigationebene Direkt zur zweiten Navigationebene Auszeichnung: TOP Rehaklinik 2017 Neurologie

50 Jahre BDH-Klinik Elzach

10.10.2011

Vor wenigen Tagen feierte die BDH-Klinik Elzach ihr 50. Jubiläum. In den 50 Jahren ihres Bestehens hat sich die Klinik von einem Kurheim für hirnverletzte Kriegsopfer zu einer deutschlandweit bekannten Fachklinik für neurologische und geriatrische Rehabilitation entwickelt.

Aus der deutschen Kliniklandschaft nicht mehr wegzudenken

Die idyllisch über Elzach gelegene frei gemeinnützige Klinik ist aus der Kliniklandschaft der Regio nicht wegzudenken, arbeitet eng mit Krankenhäusern, ambulanten Einrichtungen, niedergelassenen Ärzten und therapeutischen Praxen der Region zusammen und ist Mitglied des Rehanetzwerks am Universitätsklinikum Freiburg. Das 200-Betten-Haus behandelt Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfällen, aber auch Patienten mit Alterskrankheiten. Mit 70 Betten hat der Akutbereich der neurologischen Frührehabilitation inzwischen einen markanten Anteil an den behandelten Patienten. Immer geht es um maximale Selbstständigkeit im Alltag: „Unsere Rehabilitation“, so der Ärztliche Direktor Prof: Claus-W. Wallesch, „trägt dazu bei, unseren Patientinnen und Patienten eine möglichst umfassende Teilhabe alltäglichen Leben zu ermöglichen. Die Einschränkung der selbstbestimmten Teilhabe am Leben ist die eigentliche und schmerzlichste Dimension von Behinderung“.

Beginn als Kurheim

Dass sich die Elzacher Klinik zu einem der führenden Zentren für neurologische Rehabilitation in Deutschland entwickeln würde, hätte sich Ende der 50er Jahre, als die Idee eines Kurheims in Elzach aus der Taufe gehoben wurde, wohl niemand träumen lassen. Zu den verheerenden Folgen der beiden Weltkriege zählte auch die große Zahl an Kriegsverletzten in allen beteiligten Staaten, darunter auch viele mit Kopfverletzungen. Allein in Baden gab es Ende der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts über 6000 Kriegshirnverletzte, von denen die Hälfte im „Bund Hirnverletzter Kriegs- und Arbeitsopfer (BHKA)“organisiert war, dem heutigen BDH Bundesverband Rehabilitation. In dem Verband hatten sich bereits kurz nach dem Ersten Weltkrieg hirnverletzte Kriegsopfer zusammengeschlossen, um einander zu unterstützen, Einfluss auf sozialpolitische Entscheidungen zu nehmen und wirksame medizinische Hilfe zu suchen.

Gründung 1961

1958 beschloss der Bundesvorstand des BHKA, seinen schon bestehenden Kurheimen ein weiteres im Schwarzwald hinzuzufügen. Die Standortwahl fiel auf einen unbebauten Hang im Gewann „Regelsbach“ der Stadt Elzach, auf dem die Gemeinde dem Verband ein Baugrundstück schenkte. Die offizielle Einweihung des Hirnverletzten-Kurheims Elzach/ Schwarzwald, so der offizielle Name der Einrichtung, fand am 13. Mai 1961 statt: „Elzach hatte seinen großen Tag. Ein sozialer Gedanke wurde zur Tat“, würdigte die Badische Zeitung dieses Ereignis. Eine Vielzahl von Geld- und Sachspenden sollte dem neuen Heim den Start erleichtern, die „Waldkircher Volkszeitung“ hob hier namentlich den Fernsehapparat hervor, den die Heimleiter der anderen Kurkliniken gemeinschaftlich stifteten.

Vom Kurheim zur modernen Akutklinik

Das „Heim“, wie die BDH-Klinik bei manchen älteren Einwohnern Elzachs bis heute heißt, war von Beginn an so gut belegt, dass schnell Erweiterungsbauten notwenig wurden. 1980 kamen mit Prof. Clemens Faust als Chefarzt und Dr. Karl-Heinz Hagel als Oberarzt zwei Mediziner ins Haus, die an der Universitätsklinik Freiburg Pionierarbeit bei der Entwicklung moderner neurologischer Rehabilitation geleistet hatten und in Elzach die Wende von der Kurmedizin zur aktivierenden medizinischen Rehabilitation vollzogen. Dr. Hagel, von 1984 bis 2003 Chefarzt der Klinik, trug maßgeblich dazu bei, Konzepte für die Behandlung auch schwerer betroffener Patienten zu entwickeln und entsprechende Vergütungsvereinbarungen mit den Kostenträgern zu treffen. Schon seit 1988 hatte die BDH-Klinik auch Wachkoma-Patienten aufgenommen und behandelt. In einer von Bund und Land geförderten und vom Kuratorium ZNS unterstützten „Frühreha-Modelleinrichtung“, einem 1995 eröffneten markanten Rundbau, konnten auf zwei baugleichen Stationen 20 Frühreha- bzw. Wachkoma-Patienten nach modernsten medizinischen Erkenntnissen behandelt werden. . Innovativ zeigte sich die Klinik auch mit der Gründung einer Schule für Krankenpflegehilfe, bis heute deutschlandweit die erste Einrichtung dieser Art an einer Rehabilitationsklinik.

Die weitere Entwicklung der Klinik ist vor allem durch eine schrittweise Erweiterung des Frühreha-Bereichs gekennzeichnet, der die Schnittstelle zwischen der Intensivmedizin und der klassischen Rehabilitationsmedizin darstellt. Ausstattung und hoher personeller Einsatz der BDH-Klinik Elzach erlauben es, bewusstseinsgestörte oder komatöse, ebenso wie beatmungspflichtige Patienten aufzunehmen und zu behandeln. Die Vergrößerung der Frührehabilitation auf aktuell 52 Betten war Anlass zu einem weiteren Neubau, der „Querspange“, die in einem feierlichen Festakt am 23. Oktober 2009 eröffnet wurde (die BZ berichtete). Die Querspange verspannt die beiden nach Süden orientierten Flügel der Rehabilitationsklinik, setzt mit ihren zwei weithin sichtbaren markanten roten Kuben auch architektonisch Akzente im oberen Elztal und prägt das heutige Gesicht der Klinik.

Wie steht die Klinik nach 50 Jahren heute da? Geschäftsführer Bernd Fey sieht allen Anlass, optimistisch in die Zukunft zu blicken: „Die BDH-Klinik in Elzach ist heute besser denn je für die Zukunft aufgestellt. Die hohe Nachfrage, insbesondere nach Akutbetten, bestätigt die Entwicklung der Klinik vom Kurheim zum Akutkrankenhaus. Wir werden den eingeschlagenen Weg weitergehen.“

Würdiger und bewegender Festakt

Im vollbesetzten Festzelt auf dem Klinikgelände hieß Geschäftsführer Bernd Fey die zahlreichen Gäste willkommen: "Gute Rehabilitation ist immer Teamarbeit – innerhalb und außerhalb einer Klinik. Eine Feierstunde wie diese bietet willkommene Gelegenheit, die Partner und Weggefährten, die die BDH-Klinik Elzach – oft über Jahrzehnte – begleitet haben, zu begrüßen, Ihnen zu danken; sie bietet Gelegenheit, zurück, aber auch nach vorne zu blicken", sagte Fey. Zahlreiche Festredner ergriffen die Gelegenheit, der Klinik zu ihrem runden Geburtstag zu gratulieren.

Lesen Sie hier den Bericht der Badischen Zeitung über den Festakt.

Prof. C.-W. Wallesch und B. Fey im BZ-Interview

Ein Interview der Badischen Zeitung zur aktuellen Situation der neurologischen Rehabilitation mit Geschäftsführer Bernd Fey und dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. med. Claus-W. Wallesch lesen Sie hier.

Dr. Thomas Urbach

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

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Die Klinik 1961
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