Direkt zum Inhalt Direkt zur ersten Navigationebene Direkt zur zweiten Navigationebene Auszeichnung: TOP Rehaklinik 2017 Neurologie

Pflegekräfte aus Italien

01.08.2013

Erfolgreiches Pilotprojekt an der BDH-Klinik Elzach

„Leben und Arbeiten über Grenzen hinweg“. Unter diesem Motto startete an der BDH-Klinik Elzach am 21. Mai 2013 ein Pilotprojekt mit Fachpflegerinnen und – pflegern aus Italien.
Das deutsche Gesundheitswesen leidet unter einem Mangel an Fachpflegekräften, nach Schätzungen fehlen gegenwärtig zwischen 30.000 und 50.000 qualifizierte Pflegende. Die demographische Entwicklung wird dazu beitragen, dass sich die Situation noch verschärft: Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, während die Pflegeschulen kaum mit der Ausbildung junger Fachkräfte hinterherkommen. Eine neue Studie von PricewatherhouseCoopers (PwC) schätzt, dass im Jahr 2030 bis zu 400.000 Pflegekräfte fehlen werden.
Auch an der südlichsten BDH-Klinik spürt man den Mangel an Fachpflegekräften deutlich: „Es wird immer schwieriger, qualifiziertes Pflegepersonal zu finden. In einzelnen Bereichen, etwa bei der Intensiv- oder Beatmungspflege, ist der Arbeitsmarkt praktisch leer“ bestätigt Daniel Charlton, seit Oktober 2012 Geschäftsführer der BDH-Klinik Elzach. Charlton entschloss sich deshalb, zu handeln: Unter der Domain www.neuronurse.de wurde in enger Zusammenarbeit mit der CI-Gruppe des BDH eine mehrsprachige Website aufgebaut, die qualifizierte Pflegeexperten aus dem Ausland für das Leben und Arbeiten in Deutschlands Süden begeistern soll. Anzeigen in ausländischen Jobportalen wurden geschaltet. Mit Erfolg: zunächst 6 junge Menschen aus Italien, allesamt examinierte Pflegekräfte kamen im Mai dieses Jahres nach Elzach, wo die Klinik bereits Wohnraum, einen sechswöchigen Intensivsprachkurs und auch Freizeitangebote organisiert hatte. Ende Juni hatten die Kolleginnen und Kollegen aus Italien bereits ihr A1-Zertifikat für die deutsche Sprache in der Tasche, wozu ihnen die Klinikleitung und der Bundesvorstand des BDH gratulierten.

BDH-Bundesvorstand, Klinikleitung und neue Kolleginnen und Kollegen aus Italienzoom
BDH-Bundesvorstand, Klinikleitung und neue Kolleginnen und Kollegen aus Italien

„Ab sofort werden die neuen Kolleginnen und Kollegen auf den Stationen mitarbeiten, dabei aber begleitend noch weiter Deutsch lernen“ erklärt Charlton. Das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde verlangt von ausländischen Pflegekräften für die Anerkennung als Fachpflegekraft das ambitionierte Sprachniveau B2; in der Zwischenzeit werden die neuen Kollegen als Pflegehelfer angestellt sein.
Charlton wies in diesem Zusammenhang auf die immer noch hohen bürokratischen Hürden hin, die die Anwerbung qualifizierten Personals erschwerten und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Kliniken beeinträchtigten. Ähnlich hatte sich erst im Juni der Bundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr (FDP), auf einer Berliner Fachtagung geäußert. Gerade angesichts der demographischen Probleme sei es ein „Irrglaube, auf Zuwanderung verzichten zu können“, diese Arroganz könne man sich nicht mehr leisten. Der Minister hatte außerdem umfangreiche Investitionen in die Wachstumsbrache Pflege gefordert.

Dr. Thomas Urbach

Interview

Angela G., Pflegekraft mit italienischen Wurzeln,  führte ein Interview mit zwei ihrer neuen Kollegen

Im Gespräch (v.l.n.r.): Biagio T., Angela G., Roberta S.zoom
Im Gespräch (v.l.n.r.): Biagio T., Angela G., Roberta S.
  • Wie gefällt es Euch hier in Elzach?

Biagio: Ich bin sehr glücklich hier. Die Stadt ist sehr schön, viel Grün, viele Bäume, Berge. Ich kann hier auch viel Sport machen, Wandern, Schwimmen usw.
Roberta: Elzach gefällt mir gut, die Menschen sind alle nett und wir wurden sofort herzlich aufgenommen.

  • Wie habt Ihr von der Stelle hier erfahren?


Biagio: Ich habe die Stelle im Internet unter den Stellenanzeigen gefunden und mich dann sofort beworben. Es war auch eine Anzeige von Stuttgart im Netz, ich wollte aber nach Elzach und ich habe die richtige Entscheidung getroffen.
Roberta: Ich habe auch über das Internet von der Stelle erfahren. Ich wollte unbedingt nach Deutschland, um neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.

  • Wie empfandet Ihr die ersten Tage hier?

Roberta: Die ersten Tage vergingen wie im Flug, viele neue Eindrücke, viele neue Menschen um mich herum. Es waren bisher alle sehr nett und herzlich.
Biagio: Spannend, weil ich mich in ein neues Leben begeben habe!

  • Wie war die Organisation, der Kurs, das Wohnen und so?


Biagio: Ich glaube, es ist nicht so einfach, hier eine Wohnung zu finden, aber wir wurden in einer Pension gut untergebracht. Mit dem Sprachkurs bin ich sehr zufrieden.
Roberta: Die Organisation war bisher sehr gut. Der Sprachkurs mit all dem dazugehörigen Material wurde uns sofort bereitgestellt. 

  • Was gefällt euch an Elzach gut? Was ist fremd?


Roberta: Elzach ist eine Stadt mitten in der Natur, sehr schön. Das einzige, was mir fremd ist, ist, dass die Geschäfte so früh schließen und dann ist es ganz ruhig.
Biagio: Ich liebe den Schwarzwald, so viel Grün, Sauberkeit und Ruhe in der Stadt, ganz anders als bei uns.

  • Was vermisst Ihr?

Biagio: Meine Familie. Ich habe eine Freundin, die jetzt im Moment auch hier ist. Somit habe ich weniger Heimweh.
Roberta: Ich vermisse meine Familie, aber ich hoffe, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, nach Deutschland zu kommen. Dafür muss man Opfer bringen

  • Was sind Eure Pläne für die Zukunft?

Biagio: Als erstes möchte ich die deutsche Sprache beherrschen, um das B2-Zertifikat zu erhalten. Dann kann ich einen Vertrag als Krankenpfleger bekommen und hier bleiben.
Roberta: Ich bin nach Deutschland gekommen, um Deutsch zu lernen und mich hier weiter zu entwickeln. Ich würde sehr gerne in der BDH-Klinik weiterhin arbeiten und bedanke mich für die Chance dafür. 

Bei der Ankunft in Elzachzoom

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Eine demnächst stattfindende Veranstaltung widmet sich diesem hochaktuellen Thema: am 13. September 2013 lädt die DEGEMED in die Habichtswaldklinik in Kassel-Wilhelmshöhe zum Praxisdialog Reha-Pflege „Ausländische Pflegekräfte in der Reha“ ein.
Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, wird grundlegend ins Thema einführen. Anschließend geben Verantwortliche aus vier Kliniken, darunter Geschäftsführer Daniel Charlton und Pflegeexpertin Elisabeth Müller von der BDH-Klinik Elzach Einblick in ihre erfolgreiche Praxis des Personal Recruitments.
Wir sind sicher, dass diese lohnende Veranstaltung vielen Akteuren im Gesundheitswesen wichtige Impulse und wertvolle Handlungsanreize vermitteln kann.

 

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

 
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