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Langzeitarbeitslosigkeit

02.06.2015

BDH fordert Instrumentenmix gegen soziale Isolation

Der BDH Bundesverband Rehabilitation fordert eine Kehrtwende im Kampf gegen die hohe Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland. Der Markt habe an entscheidender Stelle versagt und versperre Menschen mit geringer Berufsqualifikation dauerhaft den Zugang zur Erwerbstätigkeit, so die Vorsitzende des Sozialverbands, Ilse Müller. Zudem sei Langzeitarbeitslosigkeit der sichere Weg in die Altersarmut:

„Langzeitarbeitslosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das nur politisch gelöst werden kann. Angesichts der manifestierten Zahl von über einer Million Menschen ohne jede Jobchance muss an dieser Stelle Marktversagen attestiert werden und eine entsprechende Alternative aufgebaut werden. Ein Instrumentenmix aus öffentlich geförderter Beschäftigung, Lohnzuschüssen und gezielten Qualifikationsmaßnahmen muss diejenigen auffangen, denen sich auf dem ersten Arbeitsmarkt keine reellen Perspektiven mehr eröffnen. Das duale Prinzip, das Qualifikation mit Praxiserfahrung verbindet, ist ein Erfolgsmodell. Es sollte dringend effektiv auf das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit angewandt werden.“

Die Zahl derjenigen, die mindestens ein Jahr erwerbslos gemeldet sind, verharrt seit Jahren auf hohem Niveau. Die moderne Arbeitswelt, eingebettet in eine dynamische Wissensgesellschaft, droht eine wachsende Zahl von Menschen mit geringer Qualifikation oder fehlendem Knowhow abzuhängen. Eingliederungshemmnisse wie Krankheiten oder fehlende Berufsqualifikation wirken sich da besonders verheerend aus: „Uns droht eine gesellschaftliche Spaltung und die Marginalisierung Geringqualifizierter. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Der Zugang zur Arbeitswelt ist mehr als nur Einkommensquelle. Er sichert gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz. Aktive Arbeitsmarktpolitik ist daher auch stets Integrationspolitik, auf die es in Zukunft ganz besonders ankommen wird, wenn Deutschland seine bislang größte Integrationsleistung im Zuge der Zuwanderung überhaupt erbringen muss. Offene Arbeitsmärkte, Bildungsgerechtigkeit und individuelles Coaching im Problemfalle sind also Gebot der Stunde. Die vorsichtigen Schritte des Arbeitsministeriums zur Förderung von 10.000 neuen Jobs können da nur der Anfang einer breit angelegten Beschäftigungsstrategie sein“, so Müller.

BDH fordert Instrumentenmix gegen soziale Isolation

Kontakt:

BDH-Pressestelle
Thomas Kolbe
Eifelstraße 7, 53119 Bonn
Telefon 02 28 / 9 69 84 - 0
Telefax 02 28 / 9 69 84 - 99
E-Mail info@bdh-reha.de
Internet www.bdh-reha.de
V.i.S.d.P.: BDH Bundesverband Rehabilitation e.V.

 

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

 
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