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Politik muss Reha fördern

11.09.2015

Einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zufolge, entfaltet die medizinische Rehabilitation spürbare positive Effekte auf den Gesundheitszustand chronisch Kranker. Das Institut bestätigte mit seiner Studie die tägliche Erfahrung der Träger medizinischer Rehabilitationsleistungen. Der BDH Bundesverband Rehabilitation, selbst mit fünf Kliniken im Bereich der neurologischen Rehabilitation vertreten, fordert eine deutliche Aufstockung des Reha-Budgets, um chronisch Kranken längere Erwerbsphasen zu ermöglichen und so die Rentenkassen zu entlasten:

„Medizinische Rehabilitation stärkt die gesetzliche Rentenversicherung auf lange Sicht und ist ein unverzichtbarer Baustein im Ringen um die Teilhabe chronisch kranker Menschen. Die Möglichkeit zur Teilnahme am Erwerbsleben auch mit gesundheitlichem Handicap ist fundamentales Element eines selbstbestimmten Lebens und muss politisch stärker gefördert werden. Gerade unsere alternde Gesellschaft hat ein Interesse daran, Menschen nach schwerer Erkrankung ein längeres Erwerbsleben zu ermöglichen und Pflegebedürftigkeit und Frühverrentung zu vermeiden. Je früher eine Rehamaßnahme umgesetzt werden kann, desto größer der medizinische Erfolg“, so die BDH-Vorsitzende Ilse Müller.

Das bestätigte auch das RWI Essen, das in seiner Studie für die Deutschen Rentenversicherungen Westfalen und Rheinland die „deutlichen Verbesserungen im Gesundheitszustand nach medizinischer Reha“ unterstrich. „Präventive Gesundheitspolitik ist ein wichtiger Baustein zu einer vorausschauenden Rentenpolitik. Der positive volkswirtschaftliche Effekt der Rehabilitation auf die Lebensarbeitszeit sollte ein ausreichendes Motiv sein, politisch zu handeln und unsere Sozialversicherungen mit Weitsicht sattelfest zu machen. Verzichtet die Politik auf präventive Politikansätze, werden wir schon bald wieder Politik nach Kassenlage und drastisch steigende Beiträge zur Sozialversicherung erleben. Bislang jedenfalls hat sich kaum etwas getan. Angesichts der extrem raschen Alterung der deutschen Gesellschaft ist die Erhöhung des Reha-Budgets nichts als ein Tropfen auf dem heißen Stein“, warnt Müller.

2014 hatte die Bundesregierung das Reha-Budget mit Blick auf die Demografie etwas angepasst und rückwirkend um 100 Mio. Euro erhöht. Bis 2017 soll der Zusatzbeitrag auf 233 Mio. Euro ansteigen, um dann wieder abgeschmolzen zu werden, wenn die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Die Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) wurde im Auftrag der Deutschen Rentenversicherungen Westfalen und Rheinland erstellt. Das Material finden Sie hier: http://bit.ly/1LlTyrI

Politik muss reha fördern

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Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

 
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