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Sozialagenda 2020

22.04.2015

BDH fordert eine "Agenda 2020"

Der BDH Bundesverband Rehabilitation kritisiert die einseitige Forderung der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft nach einer „Agenda 2020“. Diese klinge wie eine konsequente Fortsetzung des Sozialabbaus der Agenda 2010 und stelle der Mehrheit der Menschen entbehrungsreiche Jahre in Aussicht, so die Verbandsvorsitzende Ilse Müller, die sich mehr sozialpolitisches Augenmaß wünscht:

„Deutschland benötigt tatsächlich eine „Agenda 2020“, die den sozialen Rückbau auf breiter Front stoppt und den ökonomischen Erfolg zum Wohle der Menschen einsetzt. Nach wie vor spielt Deutschland auf wichtigen Politikfeldern wie der Altersarmut oder der Inklusion behinderter Menschen bestenfalls in der Zweiten Liga der europäischen Staatengemeinschaft. Das Geld wäre vorhanden, Strukturen zu schaffen, die maßgebend wären und die  Lebensqualität der Menschen über klar formulierte Teilhabeziele, gemäß der Behindertenrechtskonvention, zu verbessern. So darf unserer Ansicht nach das Rentenniveau nicht weiter absinken. Zudem braucht es jetzt eine Flankierung durch eine Mindestrente, die Teilhabe an der Gesellschaft möglich macht. Die derzeitige Entwicklung treibt ein ganzes Heer geringfügig Beschäftigter im Alter in die wirtschaftliche Abhängigkeit. Das Gestochere der  Rentenpolitik ist vor dem Hintergrund regelmäßiger Feierstunden angesichts vermeintlicher Beschäftigungsrekorde und hoher Wachstumsraten unverständlich.“

Der wirtschaftliche Erfolg verpflichte gerade die Wirtschaft, sich mehr für die Belange behinderter Menschen und Ausbildungsinitiativen einzusetzen, so Müller: „Die Wirtschaft muss ihr Engagement zur Integration behinderter Menschen deutlich stärken. Dabei ist es selbstverständlich, dass Arbeitsagenturen, die Länder und Kommunen vor Ort, für intensivere Beratung und Fördermöglichkeiten zu sorgen haben, um Beschäftigungsbarrieren abzubauen. Gerade die Einrichtung behindertengerechter Arbeitsplätze bedarf der Flankierung von außen. Hier müssen Sozialverbände, die Wirtschaft und der Staat ihre Kenntnisse besser koordinieren. Es geht um die wirtschaftliche Autonomie großer Teile unserer Gesellschaft“, so Müller weiter.

BDH fordert eine "Agenda 2020"

Kontakt:

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Eifelstraße 7, 53119 Bonn
Telefon 02 28 / 9 69 84 - 0
Telefax 02 28 / 9 69 84 - 99
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Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

 
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