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Zurück ins Leben

Torsten S., geboren 1983, hatte eigentlich einen ganz normalen Lebenslauf. Nach der Grundschule ging er auf ein Gymnasium. Von dort hat er zum Beispiel einen mehrwöchigen Ausflug in die USA erlebt und ist mit dem Schulchor aufgetreten. Nach der Schule begann er zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann, die er allerdings 2003 abbrach und eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker antrat, da ihm das Handwerk mehr zusagte. Die neue Ausbildung machte ihm sehr viel Spaß, bis ein Ereignis, etwa 5 Wochen vor der Prüfung, Torstens Leben auf den Kopf stellte.

Am 07. März 2006 änderte sich das Leben von Torsten von einem Moment auf den Anderen. Gegen 17.30 Uhr prallte Torsten aus nach wie vor ungeklärter Ursache mit seinem Auto frontal gegen einen Baum. Aufgrund schwerster Verletzungen wurde er mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Neben einem Oberschenkelbruch und zahlreichen Gesichtsverletzungen machte besonders der sehr hohe Hirndruck den Ärzten ernste Sorgen. Torsten muss beatmet werden.

Die Rehabilitation beginnt

Erst am 16.03. konnten die Ärzte Entwarnung geben, es bestand keine Lebensgefahr mehr. In den folgenden Tagen erfolgten mehrere Operationen an den Frakturen. Am 29.03. wurde Torsten ins die SRH-Rehaklinik in Langensteinbach verlegt.

Anfang April zeigt Torsten erste Reaktionen und drückt die Hand seiner Mutter, gegen Ende April kann er zum ersten Mal wieder sprechen. Seine Eltern freuen sich besonders darüber, dass er alle erkennt, selbst die PIN-Nr. von seinem Handy weiß er noch. Eine große Erleichterung, dass sein Gedächtnis nicht gelitten hat.

Nun beginnt für Torsten die lange und anstrengende Rehabilitationsphase. Er lernt nach und nach alleine Essen und Trinken. Zunächst sitzt er noch im Rollstuhl.

Seinen 50. Geburtstag verbringt Torstens Vater teilweise in der Klinik bei seinem Sohn. 12 Wochen nach dem Unfall kann Torsten er erstmalig mit dem „Rollstuhlrad“ fahren. Anfang Juni gelingt es Torsten, mit seinem Handy zu telefonieren. Ganz langsam macht er in den Therapien Fortschritte. Als eingefleischter Fussballfan erlebt er die Weltmeisterschaft 2006 in der Rehaklinik.

16 Wochen nach dem Unfall kann er zum ersten Mal alleine auf der Bettkannte sitzen. Es erfolgt eine Verlegung in die Kliniken Schmieder in Heidelberg. In der 19. Woche nach dem Unfall kann er seinen Namen in Druckbuchstaben schreiben. Torsten hat Heimweh, ist „rehamüde“.

Nach und nach zeigt man Torstens Eltern, wie man den Transfer vom Rollstuhl ins Bett und zurück bewerkstelligt. Im September, 6 Monate nach dem Unfall, darf Torsten zum ersten Mal am Wochenende nach Hause.

Der Rehaprozess dauert an. Weihnachten kann Torsten schon Akkordeon spielen und trägt so zur Weihnachtsfeier auf der Klinikstation bei. Am 20.12.2006 kommt Torsten dann endlich wieder nach Hause. Die ambulanten Therapien gehen weiter. Er lernt wieder laufen, Treppen steigen, alleine ankleiden und vieles mehr.

Medizinisch-berufliche Reha an der BDH-Klinik Vallendar

Schließlich kommt Torsten im April 2010 in die BDH-Klinik Vallendar. Dort ist er nun zu einer medizinisch-beruflichen Rehamaßnahme. Neben den erforderlichen Therapien ist Torsten im Arbeitsbereich Büro eingesetzt. Noch geht er am Rollator.

Nach einiger Zeit zeigt sich, dass er durchaus das Zeug zu einer Ausbildung zum Bürokaufmann hat. Entsprechende Anträge beim zuständigen Kostenträger werden gestellt und genehmigt. Torsten freut sich, es geht weiter.

Zum Ausbildungsbeginn am 06.07.2010 lässt er den Rollator zu Hause. Es geht nun auch ohne. Während der gesamten Ausbildung sind begleitende Therapien, insbesondere Physio- und Ergotherapie nötig. Immer noch erzielt er, neben der beruflichen Weiterentwicklung, Fortschritte. Auch persönlich konnte sich Torsten stets weiter entwickeln.

Als Tischtennis- oder Kickerspieler ist er inzwischen ein ernstzunehmender Gegner. Am 01.07.2013 endete seine Ausbildung mit der mündlichen Prüfung zum Bürokaufmann. Natürlich mit Erfolg, wie man auf dem Foto sehen kann. Nahezu 7 Jahre hat die Rehabilitation gedauert.

Heute ist Torsten bereit und fähig, für sich selbst zu sorgen und sein Leben zu meistern. Er zieht in eine eigene Wohnung. Ohne die Rehabilitationsmaßnahmen der medizinisch-beruflichen Reha wäre dies wahrscheinlich nicht gelungen.

Erfolgreiche Rehabilitation an der BDH-Klinik Vallendar: Thorsten mit seinem Prüfungszeugnis
Erfolgreiche Rehabilitation an der BDH-Klinik Vallendar: Thorsten mit seinem Prüfungszeugnis
 
 
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