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Elzacher Katalog

04.08.2016

Patienten in der neurologischen Frührehabilitation (Phase B), z.B. im Wachkoma, mit schwersten Wahrnehmungsbeeinträchtigungen und/oder ausgeprägten Paresen/Plegien weisen komplexe Beeinträchtigungsmuster im kognitiven, emotionalen, sensorischen, kommunikativen und motorischen Bereich auf. Diese beeinflussen sich gegenseitig und können die daraus erwachsenden Fähigkeitsstörungen verstärken. Die Maßnahmen der therapeutischen Pflege sind darauf ausgerichtet, den Patienten im Hinblick auf Vigilanz, Kommunikation, bewusste Wahrnehmung und absichtsvolle Handlungen zu stimulieren, ungerichtete und unspezifische Unruhe zu mindern, seine eigenen Aktivitäten zu erkennen, zu unterstützen und auszubauen. Grundsätzlich wird der Patient in alle Verrichtungen aktiv einbezogen, wobei sich Art und Umfang nach den jeweiligen Ressourcen/Fähigkeiten sowie den Beeinträchtigungen richten. Selbsthilfetraining zur Anbahnung der Selbstpflegefähigkeit findet auch durch die therapeutische Gestaltung von Alltagssituationen (Körperpflege, Anziehen, Nahrungsaufnahme, Mobilisation etc.) statt.

Jede Pflegehandlung ist therapeutisch!

Die Pflege erbringt in der stationären neurologischen Frührehabilitation den weit überwiegenden Zeitanteil rehabilitativer Leistungen. Da einerseits innerhalb der Pflegewissenschaften Konsens besteht, dass grundsätzlich jede Pflegehandlung therapeutisch ist, zum anderen die Formulierung der Ziffer OPS 8-552 auf die Aktivierung und das Training der Patienten abhebt, stellt sich die Frage nach der Abbildbarkeit von Pflegeleistungen innerhalb der Neurologischen Frührehabilitation hinsichtlich ihres Beitrages zur Komplexbehandlung und ihrer Vergütung. In konstruktivem Dialog mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) wurde mit dem „Elzacher Konzept und Leistungskatalog der therapeutischen Pflege in der neurologischen Frührehabilitation (Phase B) unter der Vorgabe des OPS 8-552“ (Himaj et al., 2011) eine pragmatische Einigung über therapeutische Inhalte, Dokumentationserfordernisse und ausgehandelte Plausibilitätszeiten vorgelegt.

Was leistet der Elzacher Katalog?

Grundgedanke des Elzacher Konzept und Leistungskatalogs ist es, dass das Konzept der therapeutischen Pflege grundsätzlich beschrieben wird und die Einzelmaßnahmen inhaltlich und anhand von Beispielen erläutert werden. Damit sollen einerseits die die Inhalte der therapeutischen Pflege verdeutlicht werden, andererseits soll aber die therapeutische Pflege auch verständlich und transparent gemacht werden.

Die Leistungen der therapeutischen Pflege sind einzeln aufgeführt. Die Unterpunkte bilden Leistungspakte, die dem Patienten angeboten werden können. Diese sind im Konzept inhaltlich beschreiben und mit Plausibilitätszeiten festgelegt. Es ist keine exakte zeitliche Zuordnung der Leistungen notwendig. Die schichtbezogene Dokumentation (Früh-, Spät-, Nachtdienst) erfüllt die Anforderungen. Die jeweilige Leistung ist vom erbringenden Mitarbeiter durch Handzeichen zu dokumentieren.

Der Katalog beinhaltet Module, die miteinander kombiniert erbracht werden können. Sie entstammen folgenden Domänen: Training der Körperpflege, Anziehtraining, Mobilisation, Stand, Lagewechsel und Positionierung, Transfer, Essen und Trinken, Dysphagietherapie, Stimulierende Mundpflege, Kommunikation, Gedächtnis und Orientierung, Blasen-/Darmtätigkeit,Toilettentraining,Atmung,Absaugen /Trachealkanülenmanagement, Management bei Isolierung infolge Besiedlung multiresistenter Keime.

Eine Herausforderung für die Pflegewissenschaft

Um die aus der Umsetzung des Elzacher Kataloges sich ergebenden Erfahrungswerte und Erkenntnisse hinsichtlich einer Theorie der therapeutischen Pflege in der Frührehabilitation und deren Abbildung in DRG-Systemen nutzbar zu machen, hat der BDH Bundesverband Rehabilitation ein „BDH-Promotionsstipendium Pflegewissenschaft“ an die Pflegewissenschaftlerin und Gesundheits- und Krankenpflegerin Sindy Lautenschläger vergeben, dessen empirischer Teil an den Kliniken des BDH absolviert wird.

Dr. Thomas Urbach

Über die BDH-Klinik Elzach

Die BDH-Klinik Elzach ist seit 50 Jahren eine der ersten Adressen für die neurologische Rehabilitation. Die Klinik bietet ein kompetentes Rehabilitationsangebot für neurologische Krankheitsbilder aller Schweregrade ab dem jungen Erwachsenenalter sowie geriatrische Rehabilitation, Kuren und Kopfschmerzbehandlung und ist Kooperationspartner des Universitätsklinikums Freiburg. Wir garantieren eine individuell abgestimmte medizinische, therapeutische und pflegetherapeutische Behandlung auf dem neuesten Stand evidenzbasierter Rehabilitationsmedizin.

Wir behandeln 145 Rehabilitationspatienten (Phase C, D, Geriatrische Rehabilitation und Kur) und 52 Patienten im Bereich der Frührehabilitation (Phase B). Unsere Patientinnen und Patienten profitieren dadurch, da sie die Behandlungsphasen nach BAR (Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation) unter einem Dach erhalten können.

Elzacher Katalog (c) japolia, fotolia.com
 
Prof. Dr. med. Claus-W. Wallesch zoom

Prof. Dr. med. Claus-W. Wallesch 
Ärztlicher Direktor
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Jürgen  Muser 
Pflegedienstleiter
Telefon: 0049-7682-801-3000
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