Direkt zum Inhalt Direkt zur ersten Navigationebene Direkt zur zweiten Navigationebene

Bestmögliche Anpassung

25.10.2011

Mitarbeiter der Abteilung Medizinisch-berufliche Rehabilitation MBR der BDH-Klinik Vallendar machen sich zum Thema Autismus fit.

Hbre. „Positive Verhaltensweisen verstärken“, „Strukturierung des Lebens durch Routinen ermöglichen“, „den Tagesablauf vorhersehbar und transparent machen“, „nach bestmöglicher Anpassung streben und nicht nach Heilung“, das waren nur einige der konkreten Handlungsprinzipien, die am Ende einer ganztägigen Fortbildung zum Thema Autismus greifbar im Mittelpunkt standen. 22 Mitarbeiter aus allen Diensten der Medizinisch-beruflichen Rehabilitation MBR der BDH-Klinik Vallendar, die an der Fortbildung teilnahmen, zeigten sich am Ende sehr zufrieden mit den konkreten Ergebnissen und auch mit dem Verlauf der von Andrea Menningen-Knöllinger, Kompetenz Autismus, Vallendar, durchgeführten Schulung.

Mitarbeiter der Abteilung Medizinisch-berufliche Rehabilitation MBR der BDH-Klinik Vallendar beschäftigten sich einen Tag lang mit dem Thema Autismus. (Foto: Lehmler)zoom
Mitarbeiter der Abteilung Medizinisch-berufliche Rehabilitation MBR der BDH-Klinik Vallendar beschäftigten sich einen Tag lang mit dem Thema Autismus. (Foto: Lehmler)

Im gesamten Umfeld Hand in Hand arbeiten

„Nachdem in den vergangenen Jahren immer mal wieder, in den vergangenen Monaten aber verstärkt, jugendliche Rehabilitanden mit der Diagnose Autismus zu Maßnahmen der Medizinisch-beruflichen Rehabilitation in unserer Einrichtung angemeldet wurden, wollten wir mit dieser hausinternen Fortbildung allen unseren Mitarbeitern – angefangen beim ärztlichen Dienst über die Therapeuten und Pädagogen bis hin zur Pflege und zum Küchenpersonal - ermöglichen, sich in dieser Frage auf den neuesten Stand zu bringen“, sagte Lothar Lehmler, leitender Berufspädagoge in der MBR. „Arbeiten Sie mit dem gesamten Umfeld Hand in Hand!“, an diesem Prinzip für den „Umgang mit besonderen Menschen“ werde deutlich, wie wesentlich und wichtig die Einbeziehung von Mitarbeitern aus allen Diensten in diese Fortbildung sei, so Lehmler: „Das bestärkt uns in unserer Arbeitsweise, fordert uns aber auch täglich neu heraus.“

Fokus soziale Integration

Dass bei der grundsätzlichen Einführung in das Erscheinungsbild verschiedener Formen, in denen sich der Autismus zeige, der Fokus vor allem auf der Frage der sozialen Integration autistischer Menschen gelegen habe, sei für sie sehr wichtig gewesen, meinte Inge Krasnianczuk, leitende Sozialpädagogin der MBR: „Es ist für uns jeden Tag ein neues Abenteuer, mit Menschen zu kommunizieren und zu interagieren, deren Wahrnehmungs-, Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit deutlich verschieden und oft qualitativ beeinträchtigt sind.“

Andrea Menningen-Knöllinger, Kompetenz Autismus, Vallendar, leitete die Fortbildung. (Foto: Lehmler)
Andrea Menningen-Knöllinger, Kompetenz Autismus, Vallendar, leitete die Fortbildung. (Foto: Lehmler)

Sicherheit durch Routinen und Strukturierung

„Frappierend war der Blick auf den Lebensweg eines jungen Menschen mit Autismus im Vergleich zu einem Jugendlichen ohne Beeinträchtigung“, sagte Sozialpädagogin Marie-Therese Dernbach-Bruchhof nach der Fortbildung. „Im Vergleich zu Jugendlichen ohne Beeinträchtigung hat der jugendliche Autist sich an deutlich mehr Stationen seines Lebensweges auf neue Situationen und neue Menschen einzustellen.“ Gerade das sei für autistische Menschen, die ja Kommunikationsprobleme haben, die Schwierigkeiten mit sozialen Situationen haben und die sich besonders schwer tun mit Veränderungen, eine ausgesprochene Überforderung und eine Quelle von Verunsicherung. Die Anregung, autistischen Menschen im Reha-Alltag Sicherheit zu geben durch Routinen und Strukturierung sowie Transparenz, Vorhersagbarkeit und Vorbereitung, möchte sie gerne auch im freizeitpädagogischen Bereich der MBR aufgreifen.

Frappierend war der Vergleich der Lebenswege von Menschen mit und Menschen ohne Behinderung. (Foto: Lehmler)zoom
Frappierend war der Vergleich der Lebenswege von Menschen mit und Menschen ohne Behinderung. (Foto: Lehmler)

Sicherheit durch Routinen und Strukturierung

Menningen-Knöllinger machte in ihren Ausführungen in Anlehnung an die ausgewiesene Autismus-Expertin Michele Noterdaeme, Professorin an der LMU München, deutlich, dass Autismus-Spektrum-Störungen nach dem Stand der aktuellen Forschungen als neurobiologisch bedingte, stark genetisch determinierte Entwicklungsstörungen zu bezeichnen seien*. Symptome würden schon in der frühen Kindheit auftreten und seien vor allem durch Auffälligkeiten in der sozialen Kommunikation und dem Vorhandensein von stereotypen Verhaltensweisen beschreibbar. Die psychosoziale Prognose für autistische Menschen verbessere sich, je früher eine Diagnose erfolge. In der Therapie gehe es nicht um Heilung, sondern durch lerntheoretische und strukturierende heilpädagogische, vor allem handlungsorientierte Maßnahmen, um bestmögliche Anpassung. Der Einsatz von Medikamenten sei aber manchmal zur Behandlung von Begleiterkrankungen sinnvoll und notwendig.

(* Vergl.: M. Noeterdaeme, Autismus-Spektrum-Störungen – ein Überblick zum Aktuellen Forschungsstand, Pädiatrietage 2011, Verlag Thieme)

In Gruppenarbeit wurde die Förderung von Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung ASS in der BDH-Klinik Vallendar erarbeitet. (Foto: Lehmler)zoom
In Gruppenarbeit wurde die Förderung von Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung ASS in der BDH-Klinik Vallendar erarbeitet. (Foto: Lehmler)

Ansprechpartner für den Bereich der Medizinisch-beruflichen Rehabilitation, MBR:

 

Birgit Heider-Neideck 
Ltd. Berufspädagogin
Telefon: 02 61 / 64 05 - 224
Telefax: 02 61 / 64 05 - 296
E-Mail schreiben

 

Referentin

Andrea Menningen-Knöllinger
Goethestrasse 4
56179 Vallendar

Tel.: 02 61 / 96 37 29 - 87
kontakt@kompetenz-autismus.de

 
 
Direkt zum Seitenanfang Direkt zur ersten Navigationebene Direkt zur zweiten Navigationebene
 

BDH Bundesverband Rehabilitation • Lievelingsweg 125 • 53119 Bonn • Tel. 02 28 / 9 69 84 - 0 • E-Mail schreiben