Direkt zum Inhalt Direkt zur ersten Navigationebene Direkt zur zweiten Navigationebene Auszeichnung: TOP Rehaklinik 2017 Neurologie

Elzacher Katalog

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Patienten in der neurologischen Frührehabilitation (Phase B), z.B. im Wachkoma, mit schwersten Wahrnehmungsbeeinträchtigungen und/oder ausgeprägten Paresen/Plegien weisen komplexe Beeinträchtigungsmuster im kognitiven, emotionalen, sensorischen, kommunikativen und motorischen Bereich auf. Diese beeinflussen sich gegenseitig und können die daraus erwachsenden Fähigkeitsstörungen verstärken. Die Maßnahmen der therapeutischen Pflege sind darauf ausgerichtet, den Patienten im Hinblick auf Vigilanz, Kommunikation, bewusste Wahrnehmung und absichtsvolle Handlungen zu stimulieren, ungerichtete und unspezifische Unruhe zu mindern, seine eigenen Aktivitäten zu erkennen, zu unterstützen und auszubauen. Grundsätzlich wird der Patient in der neurologischen Frührehabilitation in alle Verrichtungen aktiv einbezogen, wobei sich Art und Umfang nach den jeweiligen Ressourcen/Fähigkeiten sowie den Beeinträchtigungen richten. Selbsthilfetraining zur Anbahnung der Selbstpflegefähigkeit findet auch durch die therapeutische Gestaltung von Alltagssituationen (Körperpflege, Anziehen, Nahrungsaufnahme, Mobilisation etc.) statt.

Elzacher Katalog zur therapeutischen Pflege in der neurologischen Frührehabilitation

Jede Pflegehandlung ist therapeutisch!

Die Pflege erbringt in der stationären neurologischen Frührehabilitation den weit überwiegenden Zeitanteil rehabilitativer Leistungen. Da einerseits innerhalb der Pflegewissenschaften Konsens besteht, dass grundsätzlich jede Pflegehandlung therapeutisch ist, zum anderen die Formulierung der Ziffer OPS 8-552 auf die Aktivierung und das Training der Patienten abhebt, stellt sich die Frage nach der Abbildbarkeit von Pflegeleistungen innerhalb der Neurologischen Frührehabilitation hinsichtlich ihres Beitrages zur Komplexbehandlung und ihrer Vergütung. In konstruktivem Dialog mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung(MDK) wurde mit dem Elzacher Konzept und Leistungskatalog der therapeutischen Pflege in der neurologischen Frührehabilitation (Phase B) unter der Vorgabe des OPS 8-552“ eine pragmatische Einigung über therapeutische Inhalte, Dokumentationserfordernisse und ausgehandelte Plausibilitätszeiten vorgelegt.

Beschreibung der pflegerischen Leistungspakete

Grundgedanke des Elzacher Konzept und Leistungskatalogs ist es, dass das Konzept der therapeutischen Pflege in der neurologischen Frührehabilitation grundsätzlich beschrieben wird und die Einzelmaßnahmen inhaltlich und anhand von Beispielen erläutert werden. Damit sollen einerseits die die Inhalte der therapeutischen Pflege verdeutlicht werden, andererseits soll aber die therapeutische Pflege auch verständlich und transparent gemacht werden.

Die Leistungen der therapeutischen Pflege sind einzeln aufgeführt. Die Unterpunkte bilden Leistungspakte, die dem Patienten angeboten werden können. Diese sind im Konzept inhaltlich beschreiben und mit Plausibilitätszeiten festgelegt. Es ist keine exakte zeitliche Zuordnung der Leistungen notwendig. Die schichtbezogene Dokumentation (Früh-, Spät-, Nachtdienst) erfüllt die Anforderungen. Die jeweilige Leistung ist vom erbringenden Mitarbeiter durch Handzeichen zu dokumentieren.

Der Katalog beinhaltet Module, die miteinander kombiniert erbracht werden können. Sie entstammen folgenden Domänen: Training der Körperpflege, Anziehtraining, Mobilisation, Stand, Lagewechsel und Positionierung, Transfer, Essen und Trinken, Dysphagietherapie, Stimulierende Mundpflege, Kommunikation, Gedächtnis und Orientierung, Blasen-/Darmtätigkeit,Toilettentraining,Atmung,Absaugen /Trachealkanülenmanagement, Management bei Isolierung infolge Besiedlung multiresistenter Keime.

Eine Herausforderung für die Pflegewissenschaft

Um die aus der Umsetzung des Elzacher Kataloges sich ergebenden Erfahrungswerte und Erkenntnisse hinsichtlich einer Theorie der therapeutischen Pflege in der neurologischen Frührehabilitation und deren Abbildung in DRG-Systemen nutzbar zu machen, vergibt der BDH Bundesverband Rehabilitation sein „BDH-Promotionsstipendium Pflegewissenschaft“ an Pflegewissenschaftler und Pflegewissenschaftlerinnen, dessen empirischer Teil an den Kliniken des BDH absolviert wird.

 
Prof. Dr. med. Claus-W. Wallesch zoom

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Positionspapier

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Die verschiedenen Leistungs-bereiche in der Pflege sollen in jeweils unterschiedlichen Leistungs-katalogen erfasst werden, die die therapeutische Pflege adäquat berücksichtigen. Das ist die wichtigste Forderung eines Positionspapiers, das eine Arbeits-gruppe um die BDH-Stipendiatin Sindy Lautenschläger vorstellte.

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