Mein Name ist Josef Sonner. Als katholischer Diakon bin ich in der BDH-Klinik Elzach als Krankenhausseelsorger tätig.
Zuvor arbeitete ich hauptberuflich in der Kranken- und Altenpflege. Während dieser Tätigkeit ließ ich mich zum Diakon der katholischen Kirche ausbilden und weihen. Eine Fachausbildung zum Klinikseelsorger absolvierte ich in Heidelberg.
Im September 1997 erhielt ich den Auftrag der Klinikseelsorge in der BDH-Klinik Elzach.
... das Wesentliche bleibt den Augen unsichtbar“, hat Antoine de Saint-Exupéry einmal gesagt. Dieses Zitat spiegelt meine Motivation zu meiner Arbeit wider.
Es ist mein persönlicher Anspruch, Menschen nicht nach Äußerlichkeiten zu beurteilen. Ich will jedem Menschen, gleich welcher Hautfarbe, gleich welcher Religion, gleich welchen sozialen Umfelds das Wohlwollen und die Liebe Gottes entgegenbringen.
Seelsorge in der BDH-Klinik Elzach stellt besondere Anforderungen an den Seelsorger.
Der Umgang mit Patienten, die in unterschiedlicher Weise körperliche und sprachliche Einschränkungen erlitten haben, erfordert fachliche Kompetenz.
Viele unserer Patienten sind durch ein Krankheitsereignis oder durch einen Unfall aus ihren vertrauten Lebensbezügen herausgerissen worden. Nichts ist mehr so, wie es einmal war.
Es gilt, im Rahmen der Seelsorge auf die Not dieser Menschen zu reagieren: ihre Ängste, ihre Sorgen, ihre Erfahrungen von Krankheit und Behinderung wahr- zunehmen und auf diese einzugehen.
Da die Patienten mitunter stark bewusstseinsbeeinträchtigt sind, gilt es für mich als Seelsorger eine Ebene zu finden, auf der ich mit meinem Gegenüber kommunizieren kann. Nicht nur mit Worten; meine Mimik, meine Augen, mein ganzer Köper sind in den Kontakt mit dem Patienten mit einbezogen. Und da, wo Worte nicht weiterhelfen, muss ich auch Schweigen aushalten können. Ich darf Zweifelnde ermutigen und ihnen Zuversicht zusprechen. Es ist jedoch ebenso wichtig, den Menschen, die noch nicht den Ernst ihrer Situation erkannt haben, behutsam zu helfen, wieder in die Realität zurückzufinden.
Die Rehabilitation bringt es mit sich, dass der Patient hohe Anforderungen an sich selbst spürt. Nicht selten führen große Erwartungen der Betroffenen und Angehörigen zu Resignation und Trauer. Der Patient darf sich bei mir fallen lassen. Er darf seine Wut und Trauer aussprechen; er darf zeigen, wie es ihm zumute ist.
Meinen Dienst als Seelsorger in der Klinik verstehe ich als einen Auftrag, als einen Dienst der Kirche und somit auch als einen Dienst Gottes an den kranken Menschen. Ich will die Patienten in ihrer Krankheit begleiten und dieses oft schwere Stück Lebensweg mit ihnen gehen.
Ich habe keine Scheu vor dem Umgang mit Kanülen und Schläuchen. Meine Ausbildung zum Altenpfleger erleichtert mir die Begegnungen mit schwer kranken Menschen. Ich will die Liebe Gottes nicht nur mit Worten weitergeben.
Im Rahmen meines Auftrags will ich dafür Sorge tragen, dass sich die Seele im Leib wohlfühlen kann. Deshalb ist es für mich wichtig, den betroffenen Menschen auch körperliche Annehmlichkeiten zukommen zu lassen: ein Besuch in der Cafeteria, ein gemeinsames Spiel, eine Umarmung, einen Spaziergang im Park, wo sich ein Gespräch unter vier Augen leichter ergibt.
In seinen Begegnungen mit Kranken fragt Jesus Christus: "Was willst du, dass ich dir tun soll?" (Mk 10,51) Diese Haltung bestimmt auch meine Begegnungen mit Patienten.
Nur durch mein Offensein kann ich spüren und hören, was dem Patienten auf der Seele liegt. "Was willst du, dass ich dir tun soll?" Der Patient bestimmt.
In der Klinik sind Menschen, die vielfach Leid erfahren mussten. Ich werde oft gefragt nach dem "Warum? - Warum gerade ich?"
Diese Fragen kann ich auch nicht beantworten. Als Christ weiß ich, dass es eine Hoffnung gibt, die alles Leid trägt. Ich glaube daran, dass Gott gerade in diesen Situationen den Menschen nicht alleine lässt. Diese Botschaft möchte ich weitergeben. In Gesprächen mit Patienten, Angehörigen und Pflegenden, in meinem "Mitleben" in der Klinik. Dieser Hoffnung Raum zu geben, dazu trägt auch der wöchentliche Gottesdienst in der Klinik bei: Hier ist die Möglichkeit gegeben, das Belastende, aber auch den Dank für eine erfolgte Genesung vor Gott zu bringen.
BDH-Klinik Elzach • Am Tannwald 1–3 • 79215 Elzach • Tel. 0 76 82 / 8 01 - 0 • E-Mail schreiben