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BDH-Kliniken im Elztal wollen der Ukraine helfen

14. März 2022

Die Krankenhäuser im Tal sammeln Hilfsgüter – und bieten an, Kriegsverletzte in Elzach zu behandeln. Die Krankenhäuser in Waldkirch und Elzach sammeln Hilfsgüter, vor allem medizinisches Gerät – und bieten an, Kriegsverletzte mit Schädel-Hirn-Verletzungen in Elzach zu behandeln.

BDH-Kliniken im Elztal wollen der Ukraine helfen

Die BDH-Kliniken im Elztal engagieren sich in der Ukraine-Hilfe: Laut Geschäftsführer Daniel Charlton wollen die Krankenhäuser in Elzach und Waldkirch in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg medizinische Güter ins Kriegsgebiet liefern – dazu könnten auch Beatmungsgeräte gehören. Die hochspezialisierte Klinik in Elzach bietet sogar an, Menschen mit Schädel-Hirnverletzungen aus der Ukraine zu behandeln.

"Die Invasion der Russischen Föderation in der Ukraine und der damit verbundene Bruch des Völkerrechts machen uns fassungslos und betroffen", heißt es in einer Mail, die Charlton am Mittwoch an seine Mitarbeiter verschickt hat. "Wir haben in den letzten Tagen dann viele Vorschläge bekommen, wie man helfen kann – und das wollen wir jetzt koordiniert umsetzen", sagt er auf BZ-Nachfrage.

Beatmungsgeräte und Notfallreserve

Momentan werde sondiert, welche Hilfsgüter die Klinik liefern könne. Dabei könnte es sich um Verbandsmaterial oder Desinfektionsmittel handeln, aber auch um vier Beatmungsgeräte aus der "absoluten Notfallreserve". Hier müsste laut Charlton das Land aber die Erlaubnis geben, die Geräte seien zum Teil anteilig mit Fördergeldern gekauft worden.

Bei der Logistik setzt die Klinik wie schon die Uniklinik auf die Expertise der Stadt Freiburg, die seit dem Jahr 1990 eine Partnerschaft mit Lviv in der Westukraine unterhält. "Wir vertrauen darauf, dass die es da hinbringen, wo es hin soll", sagt Charlton.

Hilfsaktionen im Elztal auch mit Vereinen und privat

Medizinische Hilfsgüter könne die Klinik noch annehmen, für sonstige Sachspenden verweist er auf andere Hilfsorganisationen und -aktionen, die auch im Elztal Spenden sammeln, teils im Zusammenwirken mit der Ukrainehilfe des Einlädeles in Freiburg, teils mit Vereinen oder völlig privat. So werden beispielsweise am Freitag, 4. März, von 16 bis 20 Uhr haltbare Lebensmittel, Verbandskästen, Matratzen und mehr in Prechtal, Schrahöfe 2, gesammelt. Der Transport soll schon am Wochenende starten.

Klinik gründete sich einst für Kriegsopfer

Die BDH-Klinik in Elzach könnte außerdem Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen aus der Ukraine aufnehmen, sagt Charlton. Für den Sozialverband als Träger wäre das sogar eine Rückkehr zu den Ursprüngen – im Jahr 1927 gründete sich in Frankfurt am Main der "Bund deutscher hirnverletzter Krieger". Heute ist die Elzacher Klinik der größte Standort für die sogenannte neurologische Frührehabilitation im Land und behandelt beispielsweise Menschen nach Schlaganfällen oder Hirnblutungen.

Die Aufnahme von schwerverletzten Ukrainern wäre laut Charlton durchaus ein Kraftakt, in den vergangenen beiden Jahren sei die Klinik aber auch so schon einige Male über Plan belegt gewesen. In diesem Fall wären leichter erkrankte Patienten statt in Elzach beispielsweise in Bad Krozingen behandelt worden. "Bis zu zehn Plätze könnten wir zur Verfügung stellen", sagt er. Hier sind aber auch noch viele Frage offen. Unklar sei zum Beispiel, ob das Gesundheitswesen in der Ukraine überhaupt in der Lage sei, Verletzte zu transportieren.

Internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Kliniken in Elzach und Waldkirch haben gemeinsam 300 Betten, 900 Mitarbeiter arbeiten in beiden Häusern. Zu ihnen gehören auch Ukrainer und Russen. "Wir sind international", sagt Charlton. In seiner Mail vom Mittwoch geht er auch auf dieses Thema ein. "Wir sind uns im Sinne unserer demokratischen Werte sicher, dass alle, die an der BDH-Klinik arbeiten, respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen", schreibt er. "Konflikte lösen wir im Dialog und als demokratische Gemeinschaft miteinander – ganz unabhängig von der Herkunft und Nationalität."

Ein Artikel von Patrik Müller aus der online-Ausgabe der Badischen Zeitung vom 3.3.22